![]() |
INFRAROT GEGEN MÄHTOD Der LIFE FINDER im Praxistext (aus DIE PIRSCH 2000) |
|
Mit Infrarot Jungwild vor dem Mähtod zu retten, ist an sich eine gute Sache. Nur funktioniert das auch? Der sogenannte Life Finder aus den USA sollte dazu geeignet sein. Die PIRSCH verschaffte sich während fast eines ganzen Jahres genaue Eindrücke über das Einsatzspektrum des Produkts. Zur Verfügung hatte es Importeuer Dieter Kruse gestellt. Einen etwas komplizierten und befremdenden Eindruck machte das Gerät schon, als es im vergangenen Frühjahr auf dem Schreibtisch landete. Zwei Drehknöpfe an der Seite mit einer Menge Einstellmöglichkeiten, eine Art Bildschirm an der Front - wie sollte das bloß gehen?
Damit gleich zur Funktion des Gerätes. Dieses ist in der Lage, Wärmestrahlung wahrzunehmen und dem Benutzer mitzuteilen, also ein Wärmedetektor. Die Signalisierung geschieht entweder mit einer Leuchtbalken-Skala oder mittels Piepton über den Kopfhörer. Zum praktischen Einsatz: Der Messende sucht sich einen zentralen Punkt in der abzusuchenden Fläche (Reichweite in höherem Gras 100 bis 150 Miter, auf offenem, ebenem Gelände auch weiter). Mit ausgestrecktem Arm schwenkt man das Gerät in gleichmäßiger Geschwindigkeit waagrecht in einem Bereich von etwa 180 Grad und beachtet dabei entweder die Akustik- oder Leuchtsignale. Wenn das Gerät Temperaturdifferenzen im untersuchten Gebiet registriert, werden sie angezeigt. Da liegt jedoch der springende Punkt für den korrekten Einsatz des Life Finder: Die Suche nach Jungwild muss in den frühen Morgenstunden stattfinden. Sobald nämlich die Sonne aufgeht, erwärmt sich der Boden. Vor allem Steine, die schneller Wärme annehmen, verfälschen das Messergebnis, wenn sie vom Infrarot-Strahl erfasst werden. Aber auch Bäume, die von der Sonne angestrahlt werden, machen eine korrekte Messung unmöglich. Die registrierten Wärmesäulen der beiden Feldhasen, die dicht nebeneinander im Gras gefunden wurden, waren akustisch deutlich wahrzunehmen.
Nun taugt der Life Finder aber nicht nur zur Rettung von Jungwild. Manch einer mag an den nachfolgenden Zeilen Anstoß nehmen, was die Waidgerechtigkeit anbelangt. Wer allerdings nächtelang draußen hockt, um zu Schaden gehende Sauen zu bejagen, oder um die Zahl der Füchse zu reduzieren, findet in dem kleinen schwarzen Begleiter einen idealen Kameraden. Es gibt an diesem Gerät nämlich die sagenhafte Einstellung "Motion". Damit wird der Life Finder zum Bewegungsmelder. Im richtigen Winkel auf die Brüstung des Hochsitzes gelegt, meldet er anwechselndes Wild, sobald es in seinen Messbereich kommt. Mit dem Knopf im Ohr wird so keine Sau verschlafen, wenn sie ins Feld wechselt. Gleiches gilt natürlich auf für Meister Reinecke. Aber nicht nur das: Ein Fuchs, der hochflüchtig abging, nachdem er auf kurze Entfernung mit der 8 x 57 IS beschossen hatte, war schnell gefunden. Zwar hatte es der Rotrock noch bis zum angrenzenden Bach geschafft und hatte nur anfangs Schweiß im Schnee verloren, am Ufer allerdings war er im Wurzelwerk hängen geblieben. Mit dem Glas war er nicht zu sehen. Der Life Finder signalisierte ein warmes Objekt - schon war der Freibeuter gefunden. Er eignet sich also ebenso gut zur schnellen "Kontrollsuche", ist jedoch keinesfalls ein Ersatz für den Hund bei der Nachsuche.
Jungwildretter Trotzdem: Wer jagdliche Passion mit modernster Technik vereinbaren will und einen Weg sucht, mit dem man Jungwild finden kann, ohne für das Absuchen von einem Hektar Wiese etliche Kilometer zu Fuß zurücklegen zu müssen, wird die am Textende zu findende Adresse nutzen. Und was die Kosten betrifft: Möglicherweise ist die Jagdgenossenschaft bereit, sich an den Kosten zu beteiligen. Schließlich wird wohl weder der Naturfreund noch der Landwirt Jungwild dem Mähtod aussetzen wollen. Es gibt wohl kaum einen traurigeren Anblick als ein vermähtes Kitz. Hier die Händler-Adresse: Life Finder - Import
|
| Homepage | Life Finder | Impressum | ||